Digitalisierung in den Histologischen Übungen

Studium

Verbesserung der interaktiven Lehrmethodik und der digitalen Unterstützung von Lerngruppen.

Histologie Histologie Digitale Histologie - ©DSimage/KI generiert - stock.adobe.com

Um innovative Herangehensweisen bei der Qualitätssteigerung in der Lehre zu würdigen, schreibt die Med Uni Graz jährlich eine Sonderdotation von insgesamt 50.000 Euro aus. Ein ausgezeichnetes Projekt ist "Digitalisierung in den Histologischen Übungen – Verbesserung der interaktiven Lehrmethodik und der digitalen Unterstützung von Lerngruppen".

Wissenstransfer im vorklinischen Bereich

An den Universitäten gewinnt die Verwendung digitaler Arbeitsmittel für die Wissensvermittlung immer mehr an Bedeutung, zumal die Studierenden in ihrem zukünftigen Arbeitsumfeld auch vermehrt mit digitalen Anwendungen konfrontiert sein werden. Für einen bestmöglichen Wissenstransfer und eine optimale Vorbereitung auf zukünftige postgraduelle Prozesse der Wissensaneignung setzt der Lehrstuhl für Zellbiologie, Histologie und Embryologie konsequent seinen Weg der Digitalisierung fort, der bereits mit dem HRSM-Projekt Digitalisierung der Lehre begonnen hat. Inzwischen erlernen die Studierenden in den Übungen zur Histologie und Embryologie sowohl den Umgang mit dem analogen Mikroskop als gut „durchschaubares“ Mittel zur Strukturanalyse als auch die Verwendung der digitalen Mikroskopie über einen direkt neben dem Mikroskop angebrachten Bildschirm, auf dem sie die histologischen Schnitte in hoher Auflösung per Touchscreen betrachten und gemeinsam diskutieren können. Bei diesem digitalen Anteil der histologischen Lehre hat der Lehrstuhl nun die Möglichkeit, zusätzliche seltene Färbungen zur Darstellung von unterschiedlichen Gewebsstrukturen, spezifische Färbungen zur Darstellung bestimmter Zelltypen und histophysiologischer Zusammenhänge im Gewebe sowie elektronenmikroskopische Bilder zu zeigen, die die zellbiologischen Aspekte der Zellen auflösen können.

Interaktives Lernumfeld

Zur Steigerung der Interaktion und Diskussion unter den Studierenden auch außerhalb des Histologie-Unterrichts wurde vor dem Mikroskopier-Saal ein großer Touchscreen-Monitor mit Verbindung zur Histologie-Datenbank installiert. Dieser bietet den Studierenden die Möglichkeit, sich einzeln oder auch in kleinen Gruppen außerhalb der Übungen mit den histologischen Strukturen auseinanderzusetzen, und die Lerninhalte des Faches zu vertiefen. Die ersten Erfahrungen mit dem zusätzlichen digitalen Angebot zeigen deutlich, dass die Erweiterung der analogen durch die digitale Welt der richtige Weg ist, strukturelles und histophysiologisches Wissen noch besser zu vermitteln. Dies wird auch anhand der Rückmeldungen der Studierenden deutlich, die von der Steigerung der Begeisterung für die Histologie über das hohe Niveau des Histologie-Tracks bis hin zum Feedback reichen, dass der Histologie-Anteil der bisher beste Pflichttrack war. Entscheidend für dieses interaktive und lernorientierte Umfeld ist allerdings die direkte Kommunikation zwischen Studierenden und Lehrenden. Daher geht es bei der Digitalisierung der histologischen Übungen nicht um die Virtualisierung der Inhalte, sondern um die zusätzliche Nutzung digitaler Mittel zur Verbesserung der direkten persönlichen Kommunikation.