Sugar Overload Day: Wo sich der Zucker versteckt

Gesundheit

Sandra Holasek spricht mit dem ORF Steiermark über die süßen Versuchungen des Zuckers.

Mehrere Würfel Zucker liegen auf einem Holzlöffel Mehrere Würfel Zucker liegen auf einem Holzlöffel Würfelzucker auf einem Holzlöffel - © Cozine - stock.adobe.com

Am Montag war „Sugar Overload Day“, wir haben damit heuer schon unseren empfohlenen Jahresbedarf an Zucker konsumiert. Zucker ist nach wie vor ein fixer Bestandteil in unserem täglichen Leben, auch wenn jeder weiß: Zucker macht in zu großen Mengen krank.

Die süße Versuchung ist ein Meister der Tarnung und die Lebensmittelhersteller verstehen sich perfekt aufs Täuschen. Zusammen ist das eine krankmachende Kombination.

Viel Zucker in Fertigprodukten

Viel zu viel Zucker versteckt sich etwa in Produkten wie Energydrinks, Ketchup, Trinkjoghurt, Cornflakes, Instant Cappuccino oder Industriebrot. Sandra Holasek ist Ernährungswissenschaftlerin und Lebensmittelforscherin an der Medizin-Uni Graz, sie kritisiert vor allem Fertigprodukte: „Da gibt es immer mehr Produkte, die gut haltbar gemacht sind.“

Besser läuft es beim Essen in den steirischen Kantinen, so Holasek, da es mittlerweile genaue Richtlinien gebe, an denen sich die Kantinenbetreiber orientieren können und müssen. Das große Ziel müsse sein, Übergewicht bei den Menschen zu reduzieren, die Gesundheit zu verbessern und dadurch das Gesundheitssystem zu entlasten.

Expertin gegen voreilige Verbote

Das alles versuchen bereits rund 54 Länder weltweit, indem sie eine Zuckersteuer eingeführt haben – etwa auf Softdrinks. Wie Studien belegen, zeigen die Verbote etwa in Großbritannien, Frankreich oder Ungarn Erfolg.

In Österreich gibt es ein derartiges Verbot nicht. Auch Sandra Holasek ist überzeugt, dass es vor der Einführung eines derartigen Verbots noch mehr Forschung brauche: „Da muss man gut abgleichen, bevor man tatsächlich Steuern oder Verbote aufsetzt, damit man nicht mehr Verwirrung als effiziente Effekte erzeugt.“

Wie überall gilt auch beim Zucker: die Dosis macht das Gift und weil diese Dosis so herrlich schmeckt, mutet sie auch nicht gefährlich an. Der Wunsch nach Süßem ist beim Menschen evolutionsbedingt. War früher etwas süß, war es meist auch nicht giftig – ein über Jahrtausende antrainiertes Muster.

Textnachweis: ORF Steiermark, 4. August 2026