Präeklampsie-Forschung: Förderung für Hanna Allerkamp

Forschung Gesundheitsforschung

BioTechMed-Graz Young Researcher Group Funding für innovatives Präeklampsie-Forschungsprojekt

Schwangere Frau, die die Hände auf den Bauch gelegt hat und mit ihrem Frauenarzt spricht Schwangere Frau, die die Hände auf den Bauch gelegt hat und mit ihrem Frauenarzt spricht © pressmaster - stock.adobe.com

Die Medizinische Universität Graz freut sich über eine hochkarätige Auszeichnung: Hanna Allerkamp von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe erhält das renommierte BioTechMed-Graz Young Researcher Group Funding. Das Projekt wird mit insgesamt 499.221 Euro gefördert.

Unter dem Titel „GRIP: GLP-1 Receptor Agonists in Preeclampsia Therapy“ widmet sich das Forschungsvorhaben einer der größten Herausforderungen in der Geburtshilfe: der Präeklampsie. Diese schwerwiegende Schwangerschaftskomplikation geht mit Bluthochdruck und Organschäden einher und betrifft weltweit Millionen Frauen. Bislang besteht die einzige wirksame Behandlung häufig in einer vorzeitigen Entbindung. Zudem erhöht die Erkrankung langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen bei Mutter und Kind.

Das Projekt GRIP verfolgt einen innovativen therapeutischen Ansatz: Es untersucht den Einsatz von GLP-1-Rezeptoragonisten – Medikamenten, die bisher vor allem in der Diabetes- und Adipositastherapie eingesetzt werden. Diese Wirkstoffe können die Gefäßgesundheit verbessern, den Fettstoffwechsel regulieren und entzündliche Prozesse reduzieren – zentrale Faktoren, die bei Präeklampsie gestört sind. Ziel ist es zu klären, ob diese Medikamente die Funktion von Plazenta und Blutgefäßen wiederherstellen können.

Die Forschung erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen der Med Uni Graz und der TU Graz. Dabei werden klinische Daten mit modernsten Technologien verknüpft: In der Schwangerschaftskohorte „PregWin“ analysiert das Team GLP-1-Spiegel im Zusammenhang mit metabolischen Veränderungen. Ergänzend wird ein innovatives humanes 3D-„Mini-Plazenta“-Modell entwickelt, um Sicherheit und Wirksamkeit der Wirkstoffe zu testen. Zusätzlich werden im Rahmen von Kaiserschnitten gespendete Gewebeproben in ex-vivo-Systemen untersucht, um die Kommunikation zwischen Plazenta, Fettgewebe und mütterlichen Blutgefäßen besser zu verstehen.

Mit GRIP soll nicht nur ein neuer Therapieansatz für Präeklampsie erschlossen werden. Das Projekt legt zugleich den Grundstein für eine neuartige präklinische Forschungsplattform, die künftig auch zur Entwicklung weiterer Behandlungsstrategien für Schwangerschaftskomplikationen beitragen kann.