Forscherinnen der Med Uni Graz erhalten Förderung für innovative Projekte

Forschung Auszeichnungen

Vier Wissenschafterinnen konnten sich bei der Ausschreibung „Unkonventionelle Forschung 2026“ der Steiermärkischen Landesregierung durchsetzen.

 Forscherin schaut durch ein Mikroskop  Forscherin schaut durch ein Mikroskop Concentrated Female Scientist Intently Studying Specimen under Microscope in Modern Research Laboratory Setting - © tuiphotoengineer – stock.adobe.com – generiert mit KI

Gleich vier Wissenschafterinnen der Med Uni Graz konnten sich bei der Ausschreibung „Unkonventionelle Forschung 2026“ der Steiermärkischen Landesregierung durchsetzen. Insgesamt wurden am 25. Juni 2026 14 Projekte mit einem Fördervolumen von rund 1,3 Millionen Euro bewilligt. Im Fokus der Forschungsprojekte an der Med Uni Graz stehen dabei innovative Ansätze, die neue Wege in Diagnostik und Therapie eröffnen könnten.

Wie Darm und Lunge zusammenhängen

Das Projekt von Anna Birnhuber beleuchtet die sogenannte Darm-Lungen-Achse bei systemischer Sklerose. Diese schwere Autoimmunerkrankung kann unter anderem zu lebensbedrohlicher Lungenfibrose führen. Im Zentrum der Forschung steht das Darmmikrobiom: Untersucht wird, wie dessen Zusammensetzung und Stoffwechselprodukte Entzündungsprozesse beeinflussen und zur Schädigung von Lungengewebe beitragen. Ziel ist es, neue, alltagsnahe Therapieansätze – etwa über Ernährung oder Probiotika – zu entwickeln, die Krankheitsverläufe positiv beeinflussen können.

Neue Ansätze gegen seltene Lungenerkrankung

Mit der pulmonal-arteriellen Hypertonie (PAH) beschäftigt sich das Projekt von Izabela Borek. Diese seltene, aber schwerwiegende Erkrankung der Lungengefäße ist bislang nicht heilbar. Im Fokus steht die Rolle von Immunzellen, sogenannten Neutrophilen, die durch enzymatische Prozesse zur Gefäßschädigung beitragen. Das Forschungsteam untersucht insbesondere das Enzym Cathepsin C als möglichen Angriffspunkt für neue Therapien. Ziel ist es, krankheitsmodifizierende Behandlungsstrategien zu entwickeln und so die Prognose von Patient*innen nachhaltig zu verbessern.

Phagen als neue Werkzeuge in der Diagnostik

Unter der Leitung von Sissy Therese Lamprecht-Sonnleitner widmet sich das Projekt „Phage-RBP“ einem bislang wenig erforschten Ansatz: Bakteriophagen – also Viren, die gezielt Bakterien befallen – sollen als Alternative zu klassischen Antikörpern in der Pathogendetektion eingesetzt werden. Konkret werden sogenannte Rezeptorbindungsproteine untersucht, die bakterielle Oberflächen mit hoher Präzision erkennen können. Am Beispiel des Krankheitserregers Burkholderia pseudomallei erforscht das Team, wie diese Proteine künftig für schnellere und spezifischere diagnostische Verfahren genutzt werden können.

Magnesiumimplantate als aktiver Gestalter der Knochennische

Das Projekt von Begüm Okutan Meyer untersucht, wie biologisch abbaubare Magnesiumimplantate die Kommunikation zwischen Knochenzellen beeinflussen. Im Fokus stehen Exosomen – winzige Botenstoffe, die wichtige Signale für die Knochenheilung übertragen. Es wird erforscht, ob die beim Abbau freigesetzten Mineralstoffe diese molekularen Botschaften verändern und dadurch die Heilung gezielt verbessern können. Ziel ist es, neue Ansätze für wirksamere Implantate zu entwickeln.

Die Med Uni Graz gratuliert herzlich zur Förderung!