Daniela Schoberer als Wissenschaftsbotschafterin am BG/BRG Weiz
Als Wissenschaftsbotschafterin der Med Uni Graz besuchte Daniela Schoberer gemeinsam mit zwei Praktikant*innen des Instituts für Pflege- und Gesundheitswissenschaften das BG/BRG Weiz. Rund 60 Schülerinnen der dritten Schulstufe erhielten in zwei interaktiven Workshops einen praxisnahen Einblick in die Pflegewissenschaft und lernten, warum evidenzbasierte Forschung für eine hochwertige Gesundheitsversorgung unverzichtbar ist.
Nach einer kurzen Einführung in die Pflegewissenschaft stand vor allem das Mitmachen im Mittelpunkt. Die Jugendlichen konnten verschiedene Messmethoden aus der pflegewissenschaftlichen Forschung selbst ausprobieren und gingen im Rahmen des Projekts „Fakt or Fake“ verbreiteten Mythen rund um Pflege und Gesundheit auf den Grund. Gemeinsam wurde hinterfragt, welche Aussagen wissenschaftlich belegt sind, und welche sich bei genauerem Hinsehen als Irrtum entpuppen.
Ein besonderes Highlight war ein selbst durchgeführtes randomisiert-kontrolliertes Experiment (RCT). Die Schüler*innen verkosteten einmal verblindet und einmal offen Bonbons, denen ein angeblich kühlender Effekt zugeschrieben wurde. Das überraschende Ergebnis: Alle Bonbons waren identisch. Unterschiede in der Wahrnehmung ließen sich ausschließlich durch den Placebo-Effekt erklären. Das Experiment machte eindrucksvoll sichtbar, weshalb gut geplante wissenschaftliche Studien notwendig sind, um tatsächliche Wirkungen von subjektiven Eindrücken zu unterscheiden.
Zum Abschluss analysierten die Schüler*innen gemeinsam verschiedene Beispiele irreführender Statistiken und lernten, Zahlen und Schlagzeilen kritisch zu hinterfragen. Wissenschaft lebt vom kritischen Denken und von der sorgfältigen Prüfung von Evidenz, so die zentrale Botschaft des Workshops.
Der Workshop stieß auf großes Interesse und zeigte eindrucksvoll, wie spannend Pflegewissenschaft vermittelt werden kann. Gleichzeitig bot er den Jugendlichen die Möglichkeit, ein modernes und differenziertes Bild des Berufsfeldes Pflege und der pflegewissenschaftlichen Forschung kennenzulernen und weckte vielleicht sogar bei einigen das Interesse an einer zukünftigen wissenschaftlichen Laufbahn.