Vorsorge braucht ein Update
Rund 1,4 Millionen Menschen nehmen in Österreich jährlich an der Vorsorgeuntersuchung teil. Damit ist sie eines der wichtigsten Instrumente, um gesundheitliche Risiken und Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Doch die Vorsorgeuntersuchung wurde zuletzt im Jahr 2005 grundlegend überarbeitet. Seither hat sich das medizinische Wissen erheblich weiterentwickelt: Neue Risikofaktoren sind etabliert, diagnostische Möglichkeiten haben sich verbessert und bei vielen Untersuchungen ist heute wesentlich genauer bekannt, welche Bevölkerungsgruppen tatsächlich von einem Screening profitieren.
Die Österreichische Gesellschaft für Innere Medizin (ÖGIM), die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG), die Österreichische Kardiologische Gesellschaft (ÖKG) und die Österreichische Gesellschaft für Nephrologie (ÖGN) haben daher im Rahmen der Safe Hearts Allianz einen gemeinsamen wissenschaftlichen Vorschlag zur Weiterentwicklung der österreichischen Vorsorgeuntersuchung erarbeitet. Die Expert*innen der Med Uni Graz Kathrin Eller, Alexander Rosenkranz, Daniel Scherr und Harald Souri, die jeweils auch die Präsidentschaft oder den Vorsitz der Gesellschaften innehaben, präsentierten die Ergebnisse.
16 Erkrankungen und Risikofaktoren wurden auf Basis nationaler und internationaler Evidenz bewertet. Fünf Bereiche sollen neu aufgenommen, acht bestehende Bereiche adaptiert werden. Bei drei Fragestellungen raten die Expert*innen ausdrücklich von einem allgemeinen Screening asymptomatischer Menschen ab.