Ausgezeichnete Lehre: "Hands-on Schnittbildanatomie für die onkologische Therapie"
Um innovative Herangehensweisen bei der Qualitätssteigerung in der Lehre zu würdigen, schreibt die Med Uni Graz seit 2023 jährlich eine Sonderdotation von insgesamt 50.000 Euro aus. Eines der ausgezeichneten Lehrprojekte ist „Hands-on Schnittbildanatomie (CT/MRT/PET) für die onkologische Therapie“ von Thomas Baptist Brunner, Vorstand der Universitätsklinik für Strahlentherapie-Radioonkologie.
Unsere Studierenden erarbeiten sich in der Anatomie die Kenntnisse über alle Strukturen im gesamten Körper. Dieses wertvolle Wissen gilt es zu transferieren in die moderne Bildgebung, also in Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT) und Positronenemissionstomografie (PET). Um das zu erreichen, hat die Universitätsklinik für Strahlentherapie-Radioonkologie ein Spezielles Studienmodul (SSM) eingerichtet, bei dem nicht nur dieser Schritt gelingen soll, sondern auch pathologische Veränderungen durch Tumoren erlernt werden. All das wird schließlich in den interdisziplinären Kontext der Onkologie gestellt. Das zentrale Element stellt dabei die Planungssoftware der Strahlentherapie dar, mit der sich die Studierenden diese Inhalte unter Anleitung selbstständig erarbeiten können.
Didaktisch ist das SSM in drei aufeinander aufbauende Module unterteilt: Schnittbildanatomie, Schnittbildtumorpathologie und interdisziplinäre Schnittbildonkologie. Die einzelnen Unterrichtseinheiten sind so arrangiert, dass man sich innerhalb jedes dieser Module von einfachen zu schwierigeren Inhalten bewegt. Diese Anordnung wiederholt sich für die beiden anderen Module, sodass daraus eine didaktische Lernspirale entsteht und sich alle Organbereiche des Körpers in jedem der Module wiederholen. Die jeweiligen Blöcke sind so aufgebaut, dass zwei Studierende hands-on an einem Laptop in einem Bilddatensatz mit CT, MRT und PET zunächst selbstständig versuchen, die jeweiligen Strukturen einzuzeichnen (segmentieren), also dreidimensional zu definieren. In dem anschließenden Seminar wird anhand von Beispielbildern auf die schwierigeren Aspekte hingewiesen. Damit bestückt geht es direkt in die zweite Runde der Segmentierung, in der genau an dieser Stelle nachgebessert wird.
Um das Ganze schließlich noch zu quantifizieren, werden die eingezeichneten Strukturen mit dem Goldstandard einer Expert*innenstruktur verglichen. Dazu dient eine weitere Software, die die Übereinstimmung dreidimensionaler Gebilde statistisch auswertet. Am Ende jedes Moduls müssen die Studierenden eine digitale Prüfungsaufgabe absolvieren, die die Stärken und Schwächen aufzeigen und motivieren soll. Bereits nach dem ersten Modul konnten die Studierenden hervorragende Ergebnisse erzielen. Nach Abschluss des zweiten Moduls war die Kompetenz der Teilnehmer*innen schon so weit gefestigt, dass sie in der Klinik hätten arbeiten können.
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Universitätsklinik für Strahlentherapie-Radioonkologie